Vereinsgeschichte

Die Stadtkapelle Miesbach wurde im Mai 1831 als Musikcollegium Miesbach gegründet und hat damit die älteste Musiktradition im Miesbacher Oberland. Schon im Jahre 1812 organisierte sich das Miesbacher Musikerleben in der damals gegründeten Vereinigung: „Harmonie-Gesellschaft und Cultur-Congreß zu Miesbach“. Es war dies eine Gesellschaft ähnlich dem heutigen Chor- und Orchesterverein, die aber außerdem auch noch die bildenden Künste mit eingeschlossen hatte. Neben Malen und Zeichnen wurden insbesondere Musikschüler unterrichtet. Als diesen Verein 1828 der königliche Landgerichts-Assessor Greger als Vorstand führte bestand die Vereins-Tanzmusik aus: zwei Hörnern, einer Klarinette, einer Geige und einer Baßgeige. Neben dieser Musikkapelle war damals in Miesbach noch die Militär- und Landwehrmusik, die sich zusammensetzte aus: zwei Hörnern, zwei Naturtrompeten, ein Piccolo, zwei Klarinetten, einem Fagott, der großen Trommel und dem sogenannten Mondschein. 1.3 Aus diesen Anfängen bildete der Privatlehrer und spätere Musikmeister Michael Mayer ein Blasorchester, das sich im Mai 1831 unter der Bezeichnung „Musikcollegium Miesbach“ zu einem Verein zusammenschloß. Mayer hatte auch damals mit den sich jedem Beginnen entgegenstellenden Schwierigkeiten zu kämpfen. So stand er lange allein, weil sich die älteren eingebürgerten Musiker nicht der Blaskapelle anschließen wollten, bis es ihm endlich gelang, pensionierte Hautpoisten (Berufsmusiker) zu gewinnen. Mit diesen guten Kräften und besseren Instrumenten gewann er sich allmählich die einheimischen Musiker, von welchen einer nach dem anderen sagte: „Wir genga zur chromatischen Trompetn". Erster Vorstand des Vereins war Josef Anton von Nagl (+1859), er war um 1830 Assesor am Landgericht Miesbach und später Landrichter in Amberg. Ihm folgte als Vorstand Wilhelm Freiherr von Gumppenberg-Pöttmes (*1795 +1847), der 1830 das Gut Wallenburg kaufte und von 1839 bis 1845 Mitglied des bayrischen Landtags war. Anschließend übernahm Georg Loibl (+1859) das Amt des Vorsitzenden. Am 24. Mai 1881 feierte das Musikcollegium im Saal des Waitzingerkellers sein 50-jähriges Jubiläum durch die Abhaltung eines großen Konzertes. Not- und Kriegszeiten des 1. Weltkrieges brachten die Kapelle jedoch zum Erliegen. Einige Zeit danach, ca. 1925, aber fanden sich so berufene Idealisten wie der Musiklehrer Willi Renner und Bauer Hans. Damals schon vestärkt durch Obermüller aus Neukirchen, Klingsbögl und Ransberger aus Irschenberg und den Lechnerbuam aus Westerham. Nach den Wirren der Nachkriegszeit des 2. Weltkrieges formierte sich die Stadtkapelle neu und veranstaltete anläßlich des 120-jährigen Bestehens vom 10. bis 12. August 1951 ein großes Musikfest in Miesbach. Im Jahr 1953 war Benno Schieder Gründungsmitglied des Musikbundes von Ober- und Niederbayern und als 2. Vorstand des Musikbundes tätig. Die Stadtkapelle war damit eine von zwölf Gründungskapellen des Musikbundes von Ober- und Niederbayern. Von 1955 bis 1957 dirigierte Willi Schlamp, Apotheker aus Miesbach, die Stadtkapelle. Dann wurde Gebhard Geiger im Jahr 1957 Miesbachs neuer Stadtkapellmeister, der bereits seit 1949 die Agatharieder Blaskapelle dirigierte. Es entstand eine Kapelle, die als Stadtkapelle Miesbach oder als Blaskapelle Agatharied auftrat. So entstand die Doppelfunktion - Stadtkapelle Miesbach oder Blaskapelle Agatharied, die bis heute noch auf diese Weise funktioniert. Von 1978 bis 1981 stand Max Winkler, Musiklehrer aus Miesbach am Dirigentenpult. Von 1981 bis 2007 dirigierte Gerhard Probst aus Stürzlham bei Miesbach als Stadtkapellmeister. Die Kapelle wuchs durch seinen großen Einsatz personell und musikalisch.  2007 übernahm Wolfgang Probst den Dirigentenstab der Stadtkapelle.